| Der schwarze Kopf, das schwarzes Hinterteil und die weiße Schulterpartie mit den weißen Vorderbeinen gehört zu den Merkmalen des Angler Sattelschweins. Namensgebend für das Sattelschwein ist die helle Schulterpartie: der Sattel. Auch die Schlappohren gehören zu den besonderen Kennzeichen der Rasse. | |
| Bekannt und beliebt wurden die Sattelschweine aber nicht wegen ihres Aussehens, sondern wegen ihrer Robustheit und Genügsamkeit. In der Nachkriegszeit schätzte man sie als "Bewohner alter und kalter Ställe, in denen der Trog nicht reichlich beschickt werden konnte." Auch ihre guten Muttereigenschaften trugen zur weiten Verbreitung der Angler Sattelschweine bei. Die Sauen haben große Würfe, viel Milch für die Ferkel und gehen sehr vorsichtig mit den Kleinen um. Eine besonders bemerkenswerte Eigenschaft der Tiere ist ihre Fähigkeit Rauhfutter wie Heu, Stroh und Gras gut zu verwerten. Deshalb eignen sie sich besonders gut für die Weidehaltung. Dabei sind sie stressresistent und ruhig. | |
| Das vereinfacht den Kontakt mit Menschen gerade auch bei der Freilandhaltung. Nicht zuletzt sind die Sattelschweine bekannt für ihre hervorragende Fleischqualität. Das Fleisch hat ein gutes Wasserhaltevermögen und schmeckt sehr gut. Zurück zum Seitenanfang | |
| 2. Anfang und Blütezeit der Sattelschweinzucht | |
| Um 1900 wurden in Angeln Schweine der alten Angler Landrasse gehalten. Die Angeliter Bauern wollten die Mastfähigkeit dieser Rasse verbessern und begannen in den 20er Jahren mit der organisierten Zucht. | |
| Ein wichtiges Datum für die Zuchtgeschichte ist das Jahr 1926. Der Süderbraruper Landwirt J. Carstensen reiste nach England und kaufte dort eine tragende Sau der Wessex-Saddleback-Rasse. Die englischen Schweine galten als besonders fruchtbar und widerstandsfähig. Diese Eigenschaften wurden durch weitere Einkreuzungen von Saddleback-Schweinen in die neue Angler Rasse gefördert. 1929 gründeten 9 Landwirte in Süderbrarup den "Verein zur Zucht des Angler Sattelschweins" (VAS). | ![]() |
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Offiziell anerkannt wurde die Rasse erst 1938. Allerdings durfte das Zuchtgebiet nicht über den Nord-Ostsee-Kanal ausgedehnt werden. Die uneingeschränkte Anerkennung kam erst 1941. Von da an breitete sich das Angler Sattelschwein über ganz Deutschland aus und wurde sogar ins Ausland exportiert. 1952 waren 15,6% der deutschen Herdbuchtiere Angler Sattelschweine. Züchter anderer Rassen fürchteten das Sattelschwein als "schwarze Gefahr".
Ab 1953 nahm die Anzahl der Tiere rapide ab, weil die Ansprüche der Fleischkäufer sich geändert hatten. Das Angler Sattelschwein war ihnen zu fett. Magerere Schweinerassen wurden bevorzugt. 1988 waren nur noch 0,2% der Herdbuchtiere in Deutschland Angler Sattelschweine. Zurück zum Seitenanfang | |
| 3. Das Angler Sattelschwein heute: Neubeginn der Zucht | |
| Anfang der 90er Jahre setzte eine Rückbesinnung auf die Vorzüge des Angler Sattelschweins ein. Besonders für Biobauern wurde die Rasse interessant, denn die Weidefähigkeit der Tiere war wieder gefragt. Aber auch die guten Muttereigenschaften sind bei den freieren Haltungsformen der Ökolandwirtschaft wichtig. Und schließlich spielt die Fleischqualität eine große Rolle, denn die Käufer von Öko-Produkten nehmen kein Fleisch, das in der Pfanne zusammenschrumpft.
1991 gab es in Schleswig-Holstein nur noch 2 Züchter, 9 Sauen und einen Eber. Damit hätte man die Rasse nicht erhalten können. 1992 konnten aber aus der ehemaligen DDR 50 Sauen und 4 Eber zugekauft werden.
1996 wurde der "Förderverein Angler Sattelschwein" gegründet. Der Verein hat die Aufgabe, die Zucht zu koordinieren, Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben und überregionale Kontakte zu pflegen.
Inzwischen hat der Förderverein Angler Sattelschwein in Schleswig-Holstein 21 Mitglieder, die Sattelschweine halten oder sogar züchten. 68 Sauen und 14 Eber sind im Herdbuch eingetragen (Stand April 2008). Der Großteil der Angler Sattelschweine in Schleswig-Holstein steht in Haupterwerbs-Biobetrieben. Wissenswertes zum Angler Sattelschwein gibt es beim Förderverein Angler Sattelschwein e. V. unter www.angler-sattelschweine.de. Weitere Informationen zu seltenen und gefährdeten Nutztierrassen finden sich bei der GEH, der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen. Zurück zum Seitenanfang | |
| 4. Das Angler Sattelschwein in der Arche des Geschmacks von Slow Food | |
| Seit Februar 2008 ist das Angler Sattelschwein in die "Arche des Geschmacks" aufgenommen. Der Verein Slow Food hat das Projekt "Arche des Geschmacks" ins Leben gerufen. In die Arche werden vom Aussterben bedrohte Nutztiere und Nutzpflanzen aufgenommen, nachdem ein strenges Gutachten über die neuen Passagiere der Arche erstellt wurde. In diesem Gutachten wird den Fleisch- und Wurstprodukten des Angler Sattelschweins erstklassige geschmackliche Qualität bescheinigt. Damit hat das Angler Sattelschwein die Aufnahmeprüfung bestanden.
Weitere Informationen zu Slow Food und der Arche des Geschmacks unter www.slowfood.de/arche. Zurück zum Seitenanfang | |
| 5. Fotos von Angler Sattelschweinen auf dem Biohof Spannbrück | |
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